Empowerment : Informationen

„Die Erfahrung, die keine Kleinigkeit ist“

Wirkungen von und Umgang mit Rassismuserfahrungen von Kindern und Jugendlichen

Rassismus- und Diskriminierungserfahrungen aufgrund der Herkunft, Religion, Kultureller Zugehörigkeit und Hautfarbe sind keine hinnehmbare „Kleinigkeiten“, wie oft angenommen, sondern eine signifikante Form emotionaler Gewalt. Das haben Studien der interkulturellen Psychologie ergeben. Wenn diese häufig erlebt werden, entsteht eine ernste Bedrohung für das Selbstwertgefühl und das Selbstkonzept ihres Kindes. Sie verletzten das Kind /den Jugendlichen auf eine solche Weise, dass es seinen/ihren Glauben an sich schwächen kann, sich ablehnt oder schämt und unsicherer wird in öffentlichen Räumen. Kinder, die wiederkehrend zu „Anderen“ gemacht werden und ständig mit negativen Stereotypen und Vorurteilen konfrontiert und  leben müssen (ohne Gegenstrategien zu haben) leiden. Psychosomatische Beschwerden können hinzukommen. Sie entwickeln ggf. Rückzugsmechanismen, verlieren bald den Glauben an die eigenen Fähigkeiten. Minderwertigkeitsgefühle können entstehen, die sich u.a. auch auf schulische Leistungen negativ auswirken können. Ist das Selbstwertgefühl geschwächt, sinkt die auch die Bereitschaft und das Vertrauen soziale Bindungen (zu Mehrheitsangehörigen) einzugehen. Die ganze Entwicklung des Kindes in seiner Persönlichkeit können durch diese Erfahrungen gestört und gehemmt werden, sollten die Erfahrungen regelhaft passieren. Wenn es keine Unterstützung, Schutzräume oder die Möglichkeit der Verarbeitung hat, wird es sich bald ausgeliefert fühlen und dies verinnerlichen. Das gilt es zu verhindern.

Jugendliche suchen gezielt nach Antworten auf die Frage „Wer bin ich“ , möchten sich aber nicht als „Opfer“ z.B. im Klassenverbund oder der Öffentlichkeit gesehen werden. Manche haben es schon als „Normal“ für sich akzeptiert und sehen keinen Sinn mehr darin sich zu wehren. Sich über eigene Rassismerfahrungen und in Konflikt- bzw. konfrontativen Diskussionen sich zu äußern, ist daher schwierig und komplex vor allem , wenn diese (wie üblich ) vom sozialen Umfeld nicht ernst genommen wird . Es erfordert ein großes Selbstbewusstsein (innere Stärke, Wissen über das Phänomen Rassismus, ein klares Selbstverständnis für menschenrechtliche Gleichwertigkeit, Wissen über eigene Rechte und gesellschaftliche Beiträge von Migranten sowie Mut überhaupt eine klare Gegenposition einzunehmen. Vor allem dann, wenn in einem selbst Minderwertigkeitsgefühle überwiegen.

Diese Gefühle von Minderwertigkeit können sich bis ins Erwachsenenalter ziehen.

Downloads:

Flyer zu Empowerment  (IDA)

https://www.idaev.de/fileadmin/user_upload/pdf/publikationen/Flyer/2018_IDA_Flyer_Empowerment.pdf

Download: Übersicht von Autorin zusammengestellt

Auswahl Literatur, Trainings_Madubuko1

Mini Dossier_Madubuko_2020

Download: „Sprache schafft Wirklichkeit“ (Antidiskriminierungsbüro Köln)

antirassistische-sprache

RAA, Berlin „Alltagsdefinition von Rassismus“

RAA-BERLIN-DO-RASSISMUS-EINE-DEFINITION-FÜR-DIE-ALLTAGSPRAXIS